2002



Klangmöbel
Konzept für die Umnutzung von Gebrauchsmöbeln

Nachdem ich über Jahre ausdrücklich ortsbezogene Klang-
architekturen entwickelt habe, ergab sich auf dem Umweg über den Außenraum die Beschäftigung mit Klang'Quellen', d.h. mit andauernden Klängen, die ihren eigenen Raum aus einem Zentrum heraus definieren.
In ironischer Bezugnahme auf den Begriff der "musique d'ameublement" bei Erik Satie entstand ein Konzept für Klang-
möbel, von denen das Heimatlied die erste Umsetzung ist.
Es geht dabei um die Umnutzung von vertrauten Möbelstücken, die ihre ursprüngliche Funktion verlieren, um möglichst am gewohnten Ort Ausgangspunkte für andauernd präsente leichte Klanggewebe zu werden, die mit verschiedenen Kontexten verschmelzen können und sie klanglich einfärben.
Das Heimatlied besteht aus einem recht üblichen alten Nacht-
schrank mit Eichenfunier und einer Marmordeckplatte. Als weitere Objekte in dieser Reihe habe ich 2005 ein Küchentisch und ein Stahlschrank bearbeitet.
Die Anordnung der Pfeifen auf dem Tisch erinnert an eine Platzgestaltung. Der Spind erlaubt durch die bewegliche Tür eine Manipulation der Klangentfaltung und Lautstärke, lässt die Klangursache aber im Dunklen. Alle Arbeiten sind akustisch miteinander kompatibel.
Diese Reihe führe ich weiter. Ausgangspunkt jeder Arbeit ist ein glücklich gefundenes Möbelstück.



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